28. Juni 2019

DAS HOHELIED DER LIEBE


Wenn ich mit Menschen-, ja mit Engelszungen redete,
hätte aber die Liebe nicht, wäre ich tönendes Erz oder eine gellende Schelle. Und wenn ich die Prophetengabe hätte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnisse und wenn ich allen Glauben hätte, so dass ich Berge versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe verschenkte und meinen Leib zum Verbrennen hingäbe, hätte aber die Liebe nicht,
so nützte es mir nichts.

Die Liebe ist langmütig, gütig ist die Liebe, sie ist nicht eifersüchtig, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht erzürnen, sie trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht,
freut sich vielmehr mit an der Wahrheit.

Alles erträgt sie, alles glaubt sie, alles hofft sie, alles erduldet sie. Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden nimmt einmal ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. Denn Stückwerk ist unser Erkennen und Stückwerk unser Prophezeien.

Wenn aber das Vollendete kommt, dann wird das Stückwerk abgetan. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte ich wie ein Kind, urteilte ich wie ein Kind.
Als ich aber ein Mann wurde, legte ich alles ab, was an mir kindhaft war.

Jetzt sehen wir in einem Spiegel alles rätselhaft, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich ganz erkennen, so wie ich auch ganz erkannt worden bin.

Jetzt aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; Doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

PAULUS AN DIE KORINTHER

Beitragsbild © Andrea Percht


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