Alexandra Terzic-Auer
Das Rad der Zeit dreht sich unaufhaltsam weiter und sorgt für ständige Veränderung. Waren es in meiner Jugend Linke, die von den Herrschenden beschimpft und in ihrem Vorwärtsstreben aufgehalten wurden, sind es heute engagierte Rechte, die sich gegen wütende Anschuldigungen und Unterstellungen verteidigen müssen. Höchste Zeit, das Kriegsbeil endlich zu begraben und zur Einsicht zu gelangen, dass beide ‘Lager’ einander benötigen, weil sie sich ergänzen. Wie tröstlich, dass besonders hoch schwingende Menschen in den feinstofflichen Bereichen jetzt bereits wahrnehmen können, dass dieser epochale Wandel der Menschheit tatsächlich bevorsteht.

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Märchen
Scholé-Nachrichten 09 / 2026
Liebe Scholé-Freunde,
Diesen Sommer habe ich blau gemacht und dabei beobachtet, wie sich zahlreiche verschüttete Kindheitserinnerungen, Gedichte und Liedertexte wieder in mein Tagesbewusstsein drängten. Ich hatte auch das Bedürfnis, einige alte Bücher nach vielen Jahren noch einmal zu lesen.
Die Nachwirkungen meiner liebsten Kinderbücher wie Der kleine Prinz oder die Andersen-Märchen sind mir immer sehr präsent gewesen. Erstaunt war ich jedoch darüber, wie frisch sich auch Volksmärchen, mit denen ich als Kind nicht viel anfangen konnte, in einem Hinterstübchen meines Gedächtnisses erhalten haben. Dank meiner Lebenserfahrungen schätze und verstehe ich sie heute viel besser als damals. Sie erzählen nämlich keine individuellen Abenteuer, sondern verdichten die sozialen Erfahrungen ganzer Völker und bereiten junge Menschen auf die Versuchungen vor, denen sie ausgesetzt sein werden: Wenn jemand dir verspricht, Stroh zu Gold zu spinnen, also Geld aus dem Nichts zu schöpfen, dann fordert er dafür dein Liebstes, dein Kind. Gelingt es dir allerdings, ihn zu identifizieren und bei seinem Namen zu nennen, verschwindet er wieder in die Unterwelt, aus der er kam. Der Drang nach Ruhm und Reichtum nimmt in den Märchen stets ein böses Ende, nur Hilfsbereitschaft und ein reines Herz sichern dir die Unterstützung gütiger Mitmenschen, der Tiere und der geistigen Welt.
Daran hat sich bis heute nichts geändert, nur frage ich mich, worauf Menschen, die mit der derzeit verbreiteten Kinderliteratur aufwachsen, zurückgreifen sollen? Zum Glück steht jedem der Weg zur Quelle offen, in seinem tiefsten Inneren trägt jeder Mensch einen untrüglichen moralischen Kompass. Bewährte Wegweiser dorthin in Gestalt von Liedern, Märchen und Fabeln können das Leben aber doch sehr erleichtern und verschönern. Singt mit euren Kindern herzerfrischende Lieder und lest ihnen Sagen, Märchen und Fabeln vor! Ihr gebt ihnen damit eine Wegzehrung, die sie lebenslang nähren und stärken wird.
Fabeln
Als nützliche Lebenshilfe dienen auch die klassischen Fabeln: das Gedicht vom Raben, der, verführt von der Schmeichelei des Fuchses, das Käsestück aus dem Schnabel fallen lässt, um seine schöne Stimme hören zu lassen. Habe ich mit 6 Jahren gelernt und mich seither oft daran erinnert: “Ein Stück Käse ist ein angemessener Preis für die Erkenntnis, dass jeder Schmeichler auf Kosten dessen lebt, der ihm zuhört.”
Der Anthropologe Wolf Dieter Storl erforscht eine universelle Botschaft: Er sammelt und deutet jene Märchen, die natürliche Zyklen und Rhythmen veranschaulichen, in die alle Völker eingebunden sind, wobei jedes von ihnen im Jahreslauf seine besonderen Naturgottheiten durch spezielle Rituale ehrt. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, lässt sich auch leichter verstehen, wie es kommt, dass ungeachtet aller Unterschiede von Landschaft, Sprache und Bräuchen, auf der ganzen Welt derart eng verwandte Muster und Märchenmotive zu finden sind.
Bleibt nur zu hoffen, dass das Erdverbundene, Konservative von den derzeit herrschenden gesellschaftlichen Kräften nicht mehr allzu lange verdrängt und schlecht gemacht wird, weil sie darin eine Bedrohung von Fortschritt und Vielfalt zu erkennen glauben. Das Gegenteil ist wahr! Die ältesten Traditionen der Menschheit können uns die Einheit in der Vielfalt lehren. Und ohne die sorgsame Bewahrung und Pflege dessen, was frühere Generationen erdacht und erbaut haben, ist kein Fortschritt denkbar.
Das Rad der Zeit dreht sich unaufhaltsam weiter und sorgt für ständige Veränderung. Waren es in meiner Jugend Linke, die von den Herrschenden beschimpft und in ihrem Vorwärtsstreben aufgehalten wurden, sind es heute engagierte Rechte, die sich gegen wütende Anschuldigungen und Unterstellungen verteidigen müssen. Höchste Zeit, das Kriegsbeil endlich zu begraben und zur Einsicht zu gelangen, dass beide “Lager” einander benötigen, weil sie sich ergänzen. Wie tröstlich, dass besonders hoch schwingende Menschen in den feinstofflichen Bereichen jetzt bereits wahrnehmen können, dass dieser epochale Wandel der Menschheit tatsächlich bevorsteht.
Einen märchenhaft schönen und fruchtbaren Herbst wünscht euch allen
Alexandra
Scholé-Nachrichten
Alexandra Terzic-Auer, geb. 1952. Nach interdisziplinären, nie abgeschlossenen Studien war ich viele Jahre als Verlagslektorin und Übersetzerin tätig. Kinder – meine eigenen und viele andere – haben meine Weltsicht nachhaltig erweitert, ebenso wie die Arbeit mit Kinesiologie und systemischen Aufstellungen. In der Freilerner-Bewegung sehe ich den Beginn eines Bewusstseinwandels, den ich mit meinem Projekt „Scholé – Muße für Herz und Geist“ freudig unterstütze, so gut ich kann. → www.schole.at
(Einzelne Hervorgebungen in diesem Beitrag von JJK.)

Veröffentlichungen am Lichtwelt-Blog
Aus dem Buch LERNEN IST WIE ATMEN:
MUßE, NICHT ARBEIT, IST DAS ZIEL DES MENSCHEN
PAPA, WIR WOLLEN DIE FBI-SEITE LESEN KÖNNEN!
EIN INTERVIEW ÜBER DAS FREILERNEN
BEVOR DER ERNST DES LEBEN BEGANN
SCHOLÉ HAUPTANLIEGEN FÜR 2018: LEGALISIERUNG DES FREILERNENS
SCHOLÉ: INITIATIVE FÜR BILDUNGSFREIHEIT
SCHOLÉ: MUSSE FÜR HERZ UND GEIST









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