18. Januar 2020

2019 WAR DAS »VERFLIXTE SIEBENTE JAHR« DES SCHOLÉ-PROJEKTS …

Von Alexandra Terzic-Auer


Bitte glaubt daran, dass es auch anders geht – steht zu euch selbst und euren Kindern!

Beitragsbild © Andrea Percht


 

… UND SO HAT ES SICH OFT AUCH ANGEFÜHLT.

Manchmal sah es so aus, als wären die vielen Anstrengungen der letzten Jahre völlig umsonst gewesen: Freilerner mussten mehr und höhere Strafen zahlen als je zuvor. Unabhängige Lernprojekte gerieten aus inneren und äußeren Gründen ins Schleudern. Die Zahl der Prüfungsschulen für Homeschooler wurde willkürlich beschränkt und besonders freundliche Prüfer*Innen bekamen Schwierigkeiten mit ihren Vorgesetzten.

In der öffentlichen Diskussion ging es vorrangig um das Recht auf Kinderbetreuung ab dem 1. Lebensjahr, ein 2. verpflichtendes Kindergartenjahr, Ausbildungspflicht bis 18…
Könnte es sein, dass sich das alte System ein letztes Mal aufbäumt, bevor das Neue den Durchbruch schafft? Trotz allem hat das Jahr 2019 nämlich auch nennenswerte Fortschritte gebracht. Neue Bildungsinitiativen wurden gegründet, die aus den Fehlern ihrer Vorgänger von Anfang an viel lernen konnten. Es gab zahlreiche Gespräche mit Bildungsverantwortlichen, um ihnen Self Directed Learning als international anerkannte Bildungsform näher zu bringen. Eine Kognitionswissenschaftlerin, eine Verhaltensbiolologin, ein Jurist und ein Wirtschaftsinformatiker sprachen bei mehreren, teils sehr gut besuchten Informationsveranstaltungen über Freilernen aus der Perspektive ihres jeweiligen Fachgebiets. Als Mütter oder Väter selbstbestimmt lernender Kinder konnten alle 4 Referent*innen auch ihre praktischen Erfahrungen mit einbringen und die Fragen des Publikums aus erster Hand beantworten.

Das Projekt MEHRSTERN hat 2019 seinen 7. Geburtstag gefeiert. Manche der Sternchen sind nun schon mehr als ihr halbes Leben mit dabei! Die ganze Woche über freuen sie sich auf den Freitag Nachmittag, an dem Brigitte Kraft sie zum nächsten gemeinsamen Abenteuer einlädt.
Im Herbst habe ich gemeinsam mit Karin Schaffer eine INITIATIVE FÜR FREIE BILDUNGSWAHL gestartet, deren Homepage noch immer in Arbeit ist. Wir würden uns sehr freuen über engagierte Menschen, die mitmachen möchten!

Am 20.11.2019, dem 30. Geburtstag der UN-Kinderrechte, versandte der Verein der Freilerner Österreichs an sämtliche Bildungsbehörden sowie die Kinder- und Jugendanwaltschaften aller Bundesländer ein sorgfältig ausgearbeitetes Positionspapier. Es enthält pragmatische Vorschläge, wie durch eine „prozessorientierte Bildungsbegleitung“ eine Alternative zu den derzeit vorgeschriebenen Externistenprüfungen geschaffen werden könnte. Manche Kinder im häuslichen Unterricht kommen mit den jährlichen Prüfungen ja gut zurecht. Es gibt aber auch Kinder, deren Bildungswege in ganz andere Richtungen führen: Auch das muss in einer Demokratie erlaubt sein und gehört angemessen gewürdigt! Eine am Fortschritt des individuellen Bildungsprozesses orientierte Begleitung selbst sich bildender Kinder würde den Verantwortlichen wichtige Einsichten über die Vielfalt möglicher Lernwege eröffnen. Darüber hinaus wäre sie ungleich besser geeignet, Fälle von Vernachlässigung oder Indoktrination rechtzeitig zu erkennen, als das Abprüfen des Schulstoffs einmal pro Jahr!

Um mit seiner ProBiB-Initiative Erfolg zu haben, braucht der Verein der Freilerner möglichst viele Unterschriften von BefürworterInnen: Wenn ihr auch der Meinung seid, dass es in Österreich eine Alternative zu den Externistenprüfungen geben soll, dann unterschreibt bitte die Unterstützungserklärung auf www.freilerner.at oder direkt hier und leitet sie an alle potentiellen InteressentInnen weiter, die ihr kennt!

Mein größter Wunsch für 2020 wäre, dass wir alle mutiger werden und uns endlich trauen, zu unseren Rechten und Bedürfnissen zu stehen!

Wie viele Menschen bereit sind, auf ihre grundlegendsten Bedürfnisse – und die ihrer Kinder! – widerstandslos zu verzichten, habe ich immer wieder in Diskussionen mit Erwachsenen erlebt, die ich eigentlich als sehr vernünftig eingeschätzt hätte. Ich bemühte mich, ihnen darzulegen, dass Krisen und Abstürze logischer Weise vorprogrammiert sind, solange die natürlichen Bedürfnisse der Kinder weder von der Schule noch vom Elternhaus wirklich ernst genommen werden.

Diese Bedürfnisse sind vergleichbar mit den Stockwerken eines Hauses: Das Erdgeschoss entspricht in diesem Bild den körperlichen Bedürfnissen nach Sicherheit, sauberem Wasser, gesunder Ernährung, ungestörtem Schlaf und ausreichend Bewegung. Untrennbar damit verbunden ist das erste Stockwerk, bestehend aus dem seelischen Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Geborgenheit, Freiheit, Liebe und bedingungsloser Anerkennung. Wesentlich ist auch das Dach, das die geistigen Bedürfnisse repräsentiert, die individuelle Sinnsuche, der die intrinsische Motivation eines Menschen entspringt. Zwischen den ersten Stock und das Dach lassen sich zahlreiche Bildungs-Stockwerke einbauen. Solange jedoch die tragenden Fundamente brüchig sind und das Dach große Löcher aufweist oder gänzlich fehlt, ist natürlich ständig das gesamte Gebäude vom Einsturz bedroht…! Die ernüchternde Reaktion vieler meiner Gesprächspartner*innen lautete: „Ja, das stimmt schon. Aber es geht eben leider nicht anders!“ Solange wir davon überzeugt sind, wird es genau so sein…

Bitte glaubt daran, dass es auch anders geht – steht zu euch selbst und euren Kindern!

Dass 2020 diesbezüglich ein Wendejahr werden möge, wünscht sich, euch und allen Kindern von ganzem Herzen

Alexandra

 

→ QUELLE: SCHOLÉ-NACHRICHTEN

 

Alexandra Terzic-Auer, geb. 1952. Nach interdisziplinären, nie abgeschlossenen Studien war ich viele Jahre als Verlagslektorin und Übersetzerin tätig. Kinder – meine eigenen und viele andere – haben meine Weltsicht nachhaltig erweitert, ebenso wie die Arbeit mit Kinesiologie und systemischen Aufstellungen. In der Freilerner-Bewegung sehe ich den Beginn eines Bewusstseinwandels, den ich mit meinem Projekt „Scholé – Muße für Herz und Geist“ freudig unterstütze, so gut ich kann. → www.schole.at

(Hervorgebungen in diesem Beitrag von JJK.)


 

Buchempfehlung

 

Veröffentlichungen am Lichtwelt-Blog
Aus dem Buch LERNEN IST WIE ATMEN:

 

WIE DÜRFEN KINDER LERNEN?

MUßE, NICHT ARBEIT, IST DAS ZIEL DES MENSCHEN

VOM PRÜFEN UND BEWERTEN

PAPA, WIR WOLLEN DIE FBI-SEITE LESEN KÖNNEN!

EIN INTERVIEW ÜBER DAS FREILERNEN

BEVOR DER ERNST DES LEBEN BEGANN

SCHOLÉ HAUPTANLIEGEN FÜR 2018: LEGALISIERUNG DES FREILERNENS

SCHOLÉ: INITIATIVE FÜR BILDUNGSFREIHEIT

SCHOLÉ: MUSSE FÜR HERZ UND GEIST


Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man all das, was man in der Schule gelernt hat, vergisst. (Albert Einstein, 1879 – 1955)

WildandFree Kidstravel

Hallo, in unserem neuen Video, räumen wir mit den 10 größten Irrtümern, rund um das Freilernen auf. Freilernen ist gleich Homeschooling – Freilernerkinder haben keine sozialen Kontakte – Freilerner haben keine berufliche Zukunft. Diese und einige Irrtümer mehr beleuchten wir in diese Video. Wir wollen zum nachdenken und diskutieren anregen!


 

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