20. September 2018

DIE GROßE GELDENTWERTUNG

Von Walter Koblenc


→ Aus der vierteljährlichen Publikation Das Recht auf Wahrheit
→ Ausgabe Frühjahr/Sommer 2018 Österreich feiert: 100 Jahre Republik


Mit dem Vertrag von St. Germain endet zwar nicht die 1. Republik, Österreich darf aber nicht mehr den Namen Deutschösterreich verwenden. Und so erfolgt am 21. November 1919 die Namensänderung von Deutschösterreich in Republik Österreich.

Massive Teuerungswellen

Bereits während des Krieges hatte ja eine massive Geldentwertung der Krone (damals das offizielle Zahlungsmittel) stattgefunden, was schon vor Kriegsende zu immensen Teuerungswellen geführt hatte (bereits in den Kriegsjahren betrug die Inflation rd. 100%  jährlich).

Doch auch jetzt, nach dem Krieg, hält diese Preisverdoppelung bis 1921 an, ehe sie sich von August 1921 bis Ende 1922 zu einer Hyperinflation ausweitet (teilweise über 100% Preissteigerung pro Monat).

Was dies in der Praxis bedeutet, sollen nachfolgende Beispiele aufzeigen:

Konnte man sich vor Beginn des Krieges um 10.000 Kronen noch einen ganzen Häuserblock kaufen, bekam man im Jänner 1921 nur noch einen Herrenanzug und im Jänner 1923 nur noch ca. 1 kg Zucker (oder 2 kg Brot) dafür.

1 kg Schweineschmalz bekommt man nicht mehr unter 15.000 Kronen (1914: 2 Kronen), Rindfleisch oder gar Bohnenkaffee sind ohnehin schon ein Luxus.

Nachdem die Preise gegenüber der Vorkriegszeit um mehr als das 14.000fache gestiegen sind, kann nur noch eine finanzielle Unterstützung aus dem Ausland diese Geldvernichtung stoppen und eine wirtschaftliche Konsolidierung Österreichs einleiten.

Währungsspekulanten und Ausbeuter

Hatte man 1914 für 10 Papierkronen noch 10 Goldkronen bekommen, kosten diese 1922 rd. 170.000 Papierkronen.

So kommt es, dass bei großen Firmen die Buchhalter bei der Lohnauszahlung extra Träger anfordern, die ihnen behilflich sind, das Papiergeld in großen Rucksäcken von den Banken abzuholen und in die Firma zu transportieren.

Wer hingegen ausländische Devisen besitzt, hat es deutlich besser, wie ein Vergleich mit Schweizer Franken zeigt:

Erhielt man im Juli 1919 für hundert Schweizer Franken 567 Kronen, sind es ein Jahr später bereits 2702 Kronen.

Im Sommer 1921 sind 100 sfr schon 12.200 Kronen wert, im Sommer 1922 (am Höhepunkt des Währungsverfalls) erhält man für 100 Schweizer Franken unglaubliche 360.000 Kronen, also mehr als das 600fache als drei Jahre zuvor.

Dies lockt seit Kriegsende natürlich vermehrt skrupellose und gewissenlose Spekulanten an, welche die Not der Menschen ausnutzen und sich bereichern.

Mit ausländischem Geld kaufen diese „Inflationshaie” billig die letzten Ressourcen des Landes und den letzten Besitz des durch die Kriegsanleihen und Geldentwertung mittlerweile völlig verarmten Bürgertums.

Einen positiven Aspekt hat diese Hyperinflation aber dennoch: 99,7% der Staatsschulden konnten so durch diese massive Geldentwertung „beglichen” werden.


 

Und heute?

KOMMENTAR VON JAHN J KASSL

Vor knapp 100 Jahren stiegen innerhalb kürzester Zeit die Preise in unseren Breiten um das 14.000fache! Das lässt und dieser Beitrag wissen. Doch was damals möglich war, ereignet sich auch heute und ist in Venezuela, dem südamerikanischen Staat an der Karibikküste, Alltag.

Dort herrscht die Hyperinflation und der Bolívar, die Landeswährung, verliert rasant an Wert. Der Internationale Währungsfonds rechnet für das laufende Jahr mit einer Inflationsrate von mehr als 13.000 Prozent. (1)

Aber auch Dollar und Euro sind alles andere als “stabil”, obwohl bei den Menschen der Glaube daran noch immer verfestigt ist. Tatsache ist: der Tag, an dem die Finanzpolitik des expansiven Gelddruckens auch uns eine Hyperinflation beschert kommt immer näher.

Deshalb ist es gut bis zu einem bestimmte Grad Vorsorge zu treffen und auch kleinere Vermögen in Edelmetalle (Gold, Silber) umzuwechseln. Jedenfalls ist es wichtig alles Bargeld, das nicht für die regelmäßigen Zahlungen verwendet wird, von den Bankkonten abzuheben.

Denn eines ist sicher: Auf der Bank ist ihr Geld unsicher!

Hier die Top 10, sortiert nach ihrer Inflationsrate im Jahre 2016. Quelle ist die Weltbank. (2)

Zinseszins und Geldschöpfung

Der “große Wandel” beinhaltet womöglich gröbere Verwerfungen, ganz sicher aber, viele Umstellungen. Und ganz wesentlich dabei ist, die Umstellung dieses Geldsystems.

Dabei geht es darum, das Giralgeld (Buchgeld) und der Zinseszins abzuschaffen und das Monopol der Geldschöpfung wieder in die Hände des Staates zu legen und nicht privaten Banken zu überlassen.

Die Geldentwertung wiederholt sich in Zyklen und Geld tendiert immer gegen Null. Und was vor 100 Jahren geschah, ist heute in Venezuela sowie in anderen Staaten wieder Realtiät.

Resümee: Kurzfristig wird auch Europa von diesen Entwicklungen nicht verschont bleiben können. Es ist gut diese Tatsache nicht zu verdrängen und auf den Tag X mental vorbereitet zu sein.

Jahn J Kassl

 

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Walter Koblenc ist Obmann der Initiative „Retten wir Österreich“ und Herausgeber der Zeitung „Das Recht auf Wahrheit“

Lesen Sie demnächst: Börsenkrach 1929 und Weltwirtschaftkrise

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 ॐ Die Bewusstseinsbrücke ॐ Dokumentation über die Zukunft des Euros. Hier wird unter anderem auch gezeigt, wie Banken offiziell aus dem Nichts über eine Kreditvergabe Geld, noch ganz legal, erschaffen. Nicht nur Zentralbanken dürfen Geld erschaffen, es darf auch jede normale Bank. Alle anderen müssen Geld real erwirtschaften. Aber wem gehören die Banken in der Welt? Gibt es sogenannte Bank-Kartelle? Oder vielleicht sogar Bankkartelle bei denen wir alle verschuldet sind (Staatsschulden + Privatschulden)? Warum der Euro bald keinen Wert mehr hat. Diese Dokumentation wurde 2017 im TV-Mainstream gesendet. Leute wacht endlich auf!

Warum werden Reiche immer reicher?

Nullzins, explodierende Immobilienpreise, boomende Aktienmärkte. Die Vermögenden der Welt profitieren gewaltig von dieser Entwicklung. Die Autoren Tilman Achtnich und Hanspeter Michel zeigen in der Dokumentation, woran das globale Finanzsystem krankt. Und welche Gefahr den Bürgern droht. Steht die Welt vor einem neuen Crash?


 

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