2. September 2018

GANGSTER-POLITIK UND LUDER-JOURNAILLE

von Ulrich Mies


BUCHPRÄSENTATION AM 22.09.2018: »ATMAR – JENSEITS ALLER KONZEPTE«


Beitragsbild © Andrea Percht

 

Die Würdigung des verstorbenen John McCain verhöhnt dessen Opfer.


 

John McCain war ein Freund Deutschlands, heißt es in den Nachrufen: „Wir“ hätten einen „Freund“ verloren. Anständige Deutsche hätten diesen Mann zu Lebzeiten jedoch nicht einmal mit der Kneifzange angefasst. Umso mehr überschlagen sich „deutsche Politik“ und mediale Ludermeute mit huldvollen Ehrerbietungen.

Um einen kleinen Eindruck und Geschmack davon zu bekommen, wer McCain wirklich war, muss sich der interessierte Zeitgenosse wie zu Zeiten des zweiten Weltkrieges heute bei „Feindsendern“ (1) schlau machen, weil die einheimischen in der Regel den Dienst verweigern.

Im „Feindsender“ rt liest sich das unter anderem so:

„John McCain hat Blut an seinen Händen. Er ist besessen von den ewigen Kriegen, den Konflikten auf dem Balkan, in Irak, Afghanistan, Libyen, der Ukraine, Syrien und anderswo, weil er vom Finanzmob und der neokonservativen Mafia dafür bezahlt wird. Das ‘Lebenswerk’, das offiziell nicht existierende Vorstrafenregister […] legen beredtes Zeugnis dafür ab, dass dieser Maverick für unendlich viel Leid auf diesem Planeten gesorgt hat. Diesen Menschen zu würdigen, spricht seinen unzähligen Opfern Hohn. Und diejenigen, die McCain würdigen, sind Täter wie er.“ (2)

Abby Martin bezeichnet McCain als „rassistischen Drecksack und Kriegsverbrecher“ (3). McCain selbst gibt zu, vietnamesische Frauen und Kinder bombardiert zu haben. (4)

Wenn das kein Qualitätskriterium für Nachrufe ist!

Höflinge der Breiten-Journaillen sowie des Regimefunks (5) sind mit dem Machtapparat — wie allgemein bekannt — weitgehend zu einem homogenen russophoben und kriegsgeilen Komplott verschmolzen: Eine geradezu klassische Verschwörung!

Die transatlantisch- und globalorientierte Berliner Kriegs-Kaste sollte die bisherigen gesetzlichen Feiertage ganz einfach abschaffen. Gemäß ihrer marktradikalen Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie imperialistischen Außenpolitik sollte sie Kraft ihres unverdienten Amtes neue gesetzliche Feiertage einrichten: für Putschisten, Regime-Change-Enthusiasten, Kriegsideologen, Kriegsverbrecher und Völkermörder.

Als Identifikationshelden empfehle ich dem Berliner CIA-Establishment US-amerikanische, südamerikanische und eurasische Vorbilder. Doch auch so mancher deutsche Politiker eignet sich für diese Heldenliste. Deren Großtaten dürfen nicht in Vergessenheit geraten, denn ohne Kulturpflege durch Feiertage keine Identifikation!

Zur Identitätsstiftung bieten sich hervorragende Persönlichkeiten aus einer reichen Liste der Nachkriegsgeschichte an. Hier eine kleine Auswahl zunächst aus dem südamerikanischen Raum:

Der argentinische Diktator General Jorge Rafael Videla und der chilenische Diktator General Augusto José Ramón Pinochet Ugarte.

Aus den USA habe ich weitere Spitzenkandidaten ausgewählt: Henry Kissinger, George Soros, George W. Bush, das Ehepaar Bill und Hillary Clinton, Donald Rumsfeld, Richard Perle, John R. Boulton, Paul Wolfowitz, Dick Cheney und Allan Dulles.

Aus dem Nahen und Fernen Osten dürfen nicht fehlen: Schah Mohammad Reza Pahlavi,
Haji Mohamed Suharto, Ferdinand Edralin Marcos und Park Chung-hee.

Und keinesfalls dürfen Petro Oleksijowytsch Poroschenko, Micheil Saakaschwili, Gerhard Schröder, Joschka Fischer, Rudolf Scharping und Theresa Mary May vergessen werden.

John McCain ist wahrlich ein großer Verlust für unsere transatlantischen Einflussagenten, die sich alle wichtigen Ämter in Deutschland unter den Nagel gerissen haben. Unsere Regierungsgoldstücke dienen ganz sicher weder dem Land, noch der Völkerverständigung und schon gar nicht dem Frieden.

Die deutsche Scheinelite überbietet sich in ihren Jubelnachrufen auf John McCain deshalb, weil sie ethisch-moralisch im gleichen stinkenden Sumpf angekommen ist.

Der Leichnam des Kriegstreibers John McCain wird zur Götzenanbetung frei gegeben und fein herausgeputzt auf dem Sockel der „westlichen Wertegemeinschaft“ präsentiert. Gleichzeitig treten „unsere“ Politiker und ihre Ludermedien eben diese „Werte“ wie Frieden, Freiheit, Menschenrechte und Völkerverständigung als Knechte des NATO-Kriegs-Komplotts täglich in den Dreck.

Ich schlage vor, zuallererst den John-McCain-Feiertag am 1. September einzuführen und mit Militärparaden und Ansprachen zu begehen. Da Drohnenmörder Barack Obama der Friedensnobelpreis verliehen wurde, steht Kriegstreiber John McCain logischerweise nunmehr der Antikriegstag zu.


 

Veröffentlicht am 01. September 2018 auf → RUBIKON

Quellen und Anmerkungen:

(1) ch.rt.com/meinung/71266-weisse-kragen-kriminelle-john-mccain-vom-bruchpiloten-zum-mafia-zoegling-teil-1/;
https://deutsch.rt.com/meinung/71850-white-collar-kriminelle-john-mccain/
(2) rt siehe (1);
(3) https://www.youtube.com/watch?time_continue=22&v=vVB-ZBZgqKY
(4) Ebd., Min. 1:20 ff
(5) https://www.deutschlandfunk.de/tod-von-john-mccain-deutschland-verliert-einen-freund.1939.de.html?drn:news_id=918062

 

Ullrich Mies ist Sozial- und Politikwissenschaftler. Er studierte in Duisburg und Kingston/Jamaica. Seine Interessenschwerpunkte sind internationale politische Konflikte, organisierte Friedlosigkeit, Staatsterrorismus, Neoliberalismus, Demokratieerosion, Kapitalismus- und Militarismuskritik sowie die Erhaltung der Biodiversität. Er ist seit 1994 selbständig und lebt seit 30 Jahren in den Niederlanden. Er schreibt für Rubikon, die Neue Rheinische Zeitung, Neue Debatte, scharf-links und ist für sputnik aktiv. 2017 erschien von ihm und Jens Wernicke als Herausgeber „Fassadendemokratie und Tiefer Staat: Auf dem Weg in ein autoritäres Zeitalter“.


 

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