7. September 2017

REGIERUNGSSCHUTZ JA, GRENZSCHUTZ SO LALA!

Essay von Jahn J Kassl


 

Und warum ich dieser Wahl fern bleibe

Die Österreichische Bundesregierung hatte vor sich einzubunkern! Am Ballhausplatz, dort, wo sich die Präsidentschaftskanzlei in der Hofburg und das Bundeskanzleramt gegenüberstehen, wurde seit Tagen eine Mauer errichtet.

Die Präsidentschaftskanzlei sollte künftig von einer 14 Meter langen Mauer und das Kanzleramt gegenüber mit einer 53 Meter langen Betonbarriere geschützt werden. Dazu sollten im gesamten Regierungsviertel 70 fixe und versenkbare Poller aufgestellt werden.

Bis heute Mittag gruben Baggerschaufeln tief in den Boden vor dem Kanzleramt: 1,5 Meter stark sollte das Fundament der Stahlbetonmauer sein, die laut “Sicherheitsklasse K12” selbst Fahrzeuge mit bis zu 6,8 Tonnen Gesamtgewicht und Tempo 80 stoppen soll. (1) 

Dieses neue Bollwerk („Anprallschutz“ laut Beamtendeutsch) sollte ab 6. Oktober 2017 den Bundespräsidenten und den Kanzler vor Kamikaze- Sprengstoff- Lastwagen schützen. Der Mauerbau in Wiens Innenstadt war mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt und wurde heute, nach Auskunft aus dem Bundeskanzleramt, gestoppt!

Die Vermutung liegt nahe, dass dies nur aufgrund der nahenden Nationalratswahlen geschah und nicht aufgrund einer plötzlich einkehrenden Vernunft. Denn die Mauer stieß im Volke auf wenig Gegenliebe und das hat sich scheinbar sogar bis zum Kanzler, dessen Wahlchancen nicht allzu rosig sind, durchgesprochen. Die Absicht dieses Mauerbaus reicht jedenfalls aus, um auf die Absurdität dieses Bauvorhabens hinzuweisen.

Absurd daran ist,

dass die Regierungspartei SPÖ und der Bundespräsident (Die Grünen) bis heute für offene Grenzen plädieren. Zäune sind unschön und werden als „Türen mit Seitenteilen“ (Ex-Kanzler Faymann) bezeichnet und wer, wie Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban für Mauern plädiert, ist mindestens ein Unmensch aber meistens gleich ein Nazi.

Was sagt das aus? Es zeigt nichts anderes, als die fortschreitende Hybris unserer Eliten. Während die Ängste der Bevölkerung als Einbildung (Modebegriff: „gefühlte Angst“) abgetan werden, hatte die Regierung vor sich einzubunkern. Wovor fürchten sich der rote Kanzler und der grüne Bundespräsident? Womöglich vor den Folgen ihrer eigenen Politik?

Wie dem auch sei: Der vorerst gestoppte Mauerbau in Wien zeigt in welchen Gefilden unsere politischen Eliten sich bewegen. Die Fallhöhe nimmt zu und die Menschen erhalten erneut eine Gelegenheit aufzuwachen. Insbesondere jetzt vor der Wahl! Deshalb mein Credo:

Wer zur Wahlurne geht, verliert seine eigene Stimme, da er sie an jemanden, der damit nicht umzugehen weiß, abgibt.

Ich werde dieser und auch kommenden Wahlen fernbleiben. Daran teilnehmen hieße, ein System, das nicht abgewählt, sondern nur entfernt oder aufgelöst werden kann, zu legitimieren. Und ich sehe weit und breit – das gilt auch für Deutschland und sämtliche andere Staaten dieser Erde – keinen Politikertyp der einen radikalen Systemabbruch auch nur ansatzweise andenkt.

Wer hinterfragt den Zinseszins

oder reklamiert, dass Steuern an sich unmoralisch sind? (Thomas von Aquin nannte Steuern “legalen Raub”). Wer erkennt, dass es nicht um Vollbeschäftigung, sondern um volle Teilhabe jedes Menschen an der Gesellschaft geht; wobei jedem Menschen das Geburtsrecht eines bedingungslosen Grundversorgung (Heim, Geld, Bildung, spirituelle Entfaltungsmöglichkeiten) zugestanden werden. Das Thema der Arbeitsplatzbeschaffung wird wie ein Goldenes Kalb vor jeder Wahl hochgehalten. Zugegeben mit Erfolg. Die Menschen fallen immer noch darauf rein. Dass in den kommenden Jahren Millionen Jobs alleine wegen der Digitalisierung (Roboter übernehmen viele Tätigkeiten) wegfallen ist nur ein Aspekt, der unsere Gesellschaft von Grund auf verändern wird. Von unseren Politikern hören wir auch dazu – nichts. (2)

Arbeitsplatzsicherung, um die Menschen in „Beschäftigung“ zu halten, ist nichts anderes, als dafür zu sorgen, die Menschen unten zu halten. Arbeitsplatz = Einkommensplatz, und das ist pure Sklaverei.

Wer denkt das System neu?! Ein bedingungsloses Grundeinkommen, damit die Menschen der Arbeit, die sie freut nachgehen können, wäre ein erster Schritt.

Geld nur für geleistete Arbeit ist eines Menschen unwürdig!

Weit und breit gibt es keinen einzigen Politiker, der sich dieses oder ähnlicher Zukunftsthemen fundiert annimmt. Ganz im Gegenteil. Anstatt die Menschen von der Lohnsklaverei zu befreien, wird alles daran gesetzt, sie in „Beschäftigung“ (nur damit sie nicht auf eigene, heißt, systemgefährdende Gedanken kommen) zu halten.

Diese Aufzählung ließe sich lange fortsetzten, was nur sagt: Das politische Establishment ist unfähig (da „Negativauslese“) dies auch nur im Entferntesten wahrzunehmen.

Deshalb ist dieses System zum heutigen Zeitpunkt, sehr gut dadurch zu schwächen, indem man an den Wahlen nicht teilnimmt. Der deutsche Journalist und Schriftsteller Kurt Tucholsky (1890 – 1935) sagte zutreffend: „Wenn Wahlen etwas änderten, wären sie längst verboten.“ Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Stellen Sie sich eine Wahlbeteiligung von 10% vor? Was würde der Wahlsieger dann wohl sagen? „Ich wurde von 50 % der Österreicher oder Deutschen gewählt?“

Dieser Lächerlichkeit können wir durch geeignetes Verhalten den Weg ebnen und es einmal darauf ankommen lassen. Denn wenn die größter Partei, die der Nichtwähler ist, dann erst wird diesem System ausreichend Energie entzogen und erst dann ist es wahrscheinlich, dass es implodiert.

Und was hat eine beabsichtigte Antiterror-Mauer für die Regierung damit zu tun?

Die steht (ob gebaut oder nicht), wie hier skizziert, längst schon zwischen den Politikern und dem eigenen Volk. Dieses Bauvorhaben ist das Zeichen dafür, dass unsere politischen Eliten die Widersprüche in ihren Reden und Taten nicht mehr wahrnehmen können.

In diesem Sinne bin ich gespannt was die kommenden Wochen und Monate bringen werden, denn unsere Machteliten werden sich auch weiterhin selbst entlarven.

Conclusio: Das Aufwachen kann niemandem abgenommen werden, es wird aber dank der fortschreitenden Hybris der Machteliten von Tag zu Tag leichter. Und darin liegt die große Hoffnung für die Menschheit.

Jahn J Kassl

 

PS: Es wäre für mich wenig verwunderlich, wenn gleich nach der Wahl die Bohrer und Bagger wieder aufkreuzen. Vor allem dann, wenn die SPÖ auch weiterhin (was wenig wünschenswert ist) an der Macht bleibt. Wir werden sehen…

 

 

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